MUSIKSCHULE

…Hier folgt der Versuch, die 25- jährige Geschichte der  Musik- und Kunstschule in ein paar Sätze zu packen… Im November 1991 wurde die Musik- und Kunstschule in Mühlhausen/Thüringen gegründet. Im geographisch idyllischen Mittelpunkt Deutschlands gelegen, trägt unser Städtchen eher den Charakter einer verträumten Kulisse hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen. In den ersten Monaten konnte man die Schule  getrost als studentisches Versuchsprojekt bezeichnen. Noch während meines Studiums an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar begann der Unterricht sehr beengt im Arbeitszimmer meines Elternhauses und entwickelte sich erst im Laufe der Jahre zu einer räumlichen Institution mit mehreren hundert Schülern. Grund hierfür waren nicht zuletzt einige auf psychologischer Basis notwendig gewordene Umzüge. Musik findet letztlich jeder toll, solange sie nicht regelmäßig in der eigenen Nachbarschaft produziert wird. Um meinen Unmut über den auflodernden Ärger zu minimieren, wählte ich die jeweils neuen Räumlichkeiten von Mal zu Mal attraktiver. So erzielt man in etwa die gleiche Wirkung, wie mit dem Genuss einer Tafel Schokolade zur Sanierung des eigenen Nervensystems.

Bis zu unseren ersten Konzerten verging nicht wirklich viel Zeit. Unsere Veranstaltungen waren meist ungewöhnlich mutig arrangiert. Titel wie ´Pink Panther´ in der 4 Querflöten, 1 Cello mit Chor Besatzung gehörten für uns zum Alltag. Auch Schüler anderer Institutionen verirrten sich regelmäßig und nicht ganz zufällig in unsere Konzerte. Lebendigkeit und Experimentierfreude stand für uns von Anfang an im Mittelpunkt. Ruhiger wird’s ganz von selbst (irgendwann).

…Die Berlin Historie… Eines Nachts klingelte unvermutet das Telefon. Eine ehemalige Kommilitonin teilte mir kurz und bündig ihren Entschluss mit,  nach Berlin zu ziehen. Sie wies mich eindringlich darauf hin, dass es bezüglich Ihrer Einkommenssituation ein guter Zug von mir wäre, dort eine Musikschule zu eröffnen. Am nächsten Morgen rief ich zurück, um mich zu vergewissern, dass das Telefonat der letzten Nacht keine Halluzination war. Die daraufhin gegründete Berliner Außenstelle existiert nunmehr seit 14 Jahren. Wir unterrichten an Grundschulen und Gymnasien der Bezirke Pankow, Treptow, Neukölln, Lichtenberg und Marzahn. Als Lehrer der Musik- und Kunstschule sind selbstredend nur Profis am Werk. An fremdsprachlich orientierten Schulen, unterrichten wir auch gerne mal in der angesagten Sprache.

Im Jahr 2003 wurde unsere Schule ein geprüftes Mitglied des ´Bundesverbandes der privaten Musikschulen´. Begleitend hierzu hatten unsere Schüler mehrere Jahre hintereinander ihren musikalischen Spaß an den dazugehörigen Landes- und Bundesjugendmusikfesten. Das erste Landesjugendmusikfest in Thüringen (2004) fand unter unserer Regie in Mühlhausen statt.

 

 

 

 

 

 

      …und dann kam der große Umzug… Die Fahrt von Mühlhausen nach Berlin war lang; die Knochen wurden älter. Es lag nahe, in die Nähe von Berlin zu ziehen. Nun muß man sich die Frage stellen, wieviele Umzüge man sich im Leben zumuten will. Immerhin ist der Hauptsitz der Schule auch vom Umzug betroffen. Nach vielen schlaflosen Nächten habe mir eins der schönsten Fleckchen Erde ausgesucht. Und so zog ich im Sommer 2011 in die Nähe von Dresden.

…Was hat das mit der Kunstschule auf sich?…
Ganz einfach. Kunstschule heißt nicht immer nur, mit dem Pinsel die Leinwand zu malträtieren (wohl dem, der´s kann). Wir stürzen uns lieber voller Tatendrang auf die literarischen Aspekte der Kunst. Mittlerweile werden all unsere Konzerte von rezitativen Arbeiten begleitet. Meist erwischt es den Herrn Shakespeare- oft auch Werke aus eigener Feder. Ausführende sind immer Instrumentalschüler die bereit sind, sich intensiv und detailgetreu mit der Materie zu befassen. Sie tun es gerne, denn trotz der immensen Arbeit vollbringen sie etwas ganz Besonderes.

…Nun noch eine kleine Anmerkung persönlicher Natur….
Mir war all die Jahre daran gelegen, meinen Schülern eine familiäre Atmosphäre des ´miteinander Lernens´ zu schaffen. Auch nach Beendigung der musikalischen Ausbildung sind mir meine Schüler jederzeit als Besucher willkommen. Ganz nach dem Motto www.freitagsgibtsauchkaffee.de (die Seite gibt’s nicht-war Spaß), findet jedes Jahr, neben anderen alltagsfreien Unternehmungen unserer Schule, wie z.B. sommerliche Fahrradtouren, kurz vor Jahresende ein Ehemaligentreffen statt. Schüler, die sich zuverlässig und konstant musikalisch verausgaben, fahren auch schon mal als Belohnung zu Konzerten der Musikhochschulen unseres Landes, um einen Einblick in das professionelle Dasein eines Musikers zu bekommen.

Wer nun etwas neugierig geworden ist, sollte weiter durch unsere Schulpräsenz blättern oder einfach vorbei schauen.
Diesen kurzen Einblick in die Geschichte der Schule gewährte Christine Sebele (Schulleiterin)



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